Donnerstag, 20. Oktober 2011, um 20.00 Uhr
Martin-Luther-Gemeindehaus
Weingarten, Abt-Hyller-Str. 17
Referent:
Dr. Jörg Dinger, Landesbauernpfarrer,
Evang. Landeskirche Württemberg
Podiumsteilnehmer:
- Dr. Jörg Dinger, Landesbauernpfarrer, Hohebuch
- Thomas Hoyer, DWP (Dritte‐Welt‐Partner) Ravensburg
- Nicole Hagert‐Neuff, Ernährungswissenschaftlerin
- Walter Traunecker, Landwirt, Ravensburg‐Mocken
- Alfred Wahl, Biolandwirt, Weingarten
Moderation:
Thomas Wagner, Bezirksbauernpfarrer
Veranstalter:
Evang. Kirchengemeinde Weingarten
Evangelisches Bauernwerk Württemberg
Bericht
Gottesdienst zur Eröffnung
Sonntag, 9. Oktober 2011
um 9.30 Uhr, Evang. Stadtkirche,
gleichzeitig Kindergottesdienst
Fotos vom Eröffnungsgottesdienst
anschließend ist die Ausstellung bis 14 Uhr geöffnet
ab 11.00 Uhr einfaches Mittagessen,
Kaffee und Kuchen, Informationen zum Projekt
Öffnungszeiten der Ausstellungen
in der Evang. Stadtkirche Weing., Abt-Hyller-Str.
9. – 21. Okt., Montag – Freitag von 10 – 12.00 Uhr,
Mittwoch von 9.-12.00 Uhr
Weitere Informationen:
Evang. Gemeindebüro, Tel. 4 56 91,
Pfarrerin Hole, Tel. 295 90 24
Weitere Gottesdienste zur Ausstellung sind am 16. Okt.
11.00 Uhr Familiengottesdienst
18.00 Uhr Jugendgottesdienst

Pfarrer Edwin Schulz macht sich Gedanken über die Ernährung der Weltbevölkerung im 21. Jahrhundert
Das Jahresthema 2011 ist in unserer Kirchengemeinde eine Bitte aus dem Vaterunser: „Unser tägliches Brot gib uns heute ...“. Sie steht im Zentrum der sieben Bitten des Vaterunsers.
Die Bitte um das tägliche Brot nimmt unsere irdische Existenz in den Blick, die Welt, in der Menschen um leben zu können, Nahrung brauchen, ein Auskommen haben müssen, sich um die Zukunft sorgen.
In einer Fernsehdiskussion mit Ernährungswissenschaftlern ist mir die Dringlichkeit dieser Frage erneut aufgegangen. Wie soll die Weltbevölkerung ernährt werden? Reicht es für alle? Inzwischen leben nach neuen Erhebungen 7 Milliarden Menschen auf der Erde und schon jetzt hungern mehr als eine Milliarde, v.a. auch Kinder.
Schätzungen gehen davon aus, dass die Weltbevölkerung bis ins Jahr 2050 auf 10 Milliarden Menschen anwachsen soll. Auch sie wollen satt werden, auch sie brauchen das tägliche Brot.
„Verrückte Welt!“ Hunger und Unterernährung in unvorstellbarem Ausmaß und bei uns gefüllte Regale, Dutzende von Brotsorten, die man auswählen kann.
„Verrückte Welt!“ In manchen Regionen dieser Erde suchen ganze Scharen von Kindern nach etwas Eßbarem im Müll der Großstädte und in unseren Breiten werden etwa 30% der Nahrung weggeworfen. Hier unglaublicher Überfluss, andernorts unvorstellbarer Mangel.
Der Gedanke, dass ganze Weizenfelder in „Bioenergie“ verarbeitet werden sollen, „Nahrungsmittel“ also im Autotank, ist für viele Menschen nur schwer erträglich, wenn überhaupt. Dass alle das tägliche Brot haben, hat neben vielen anderen Aspekten auch eine geistliche und ethische Dimension.
Einer der Teilnehmer bei dieser Fernsehdiskussion sagte sinngemäß: Die Nahrungsfrage wird zu einer entscheidenden Menschheitsfrage des 21. Jahrhunderts werden, zu einer globalen Herausforderung. Es geht um das Überleben von Millionen von Menschen.
Auch diese Menschen heben den Blick zum Himmel. Die Bitte um das tägliche Brot ist auch im Zeitalter beeindruckender Erfolge der Agrartechnik kein Relikt aus der Vergangenheit. Sie bringt Gott ins Spiel. Sie nimmt den Beter in Verantwortung in einer „verrückten“ Welt.
Weingarten im Blick, 10.6.2011
Pfarrer E. Schulz
Diese Bitte aus dem Vaterunser ist unser Jahresthema 2011. „Brot“ ist in der Bibel ein zentraler Begriff, der zu vielen Assoziationen einlädt z.B.: Brot und Bitte, Brot und Dank, Brot und Teilen, Brot und Gemeinschaft, Brot und Wein, Brot und Abendmahl, Brot und Schöpfung, Brot und Arbeit, Brot und Gerechtigkeit, Brot und Leben, Brot und Wort Gottes, Brot und Himmel, Brot und Reich Gottes, Brot und Segen ...
Die Bitte um das tägliche Brot im Vaterunser verweist auf die elementare Bedürftigkeit des Menschen, auf seine Geschöpflichkeit. Die Bitte um das tägliche Brot war in früheren Zeiten tief im Lebensgefühl der Menschen verankert; es war schlicht die Bitte um die tägliche Nahrung in einem ganz konkreten Sinn, es war die Bitte in manchen Zeiten und heute in manchen Regionen dieser Welt um das schlichte Überleben. Wir dürfen Gott um für das tägliche Leben Notwendige bitten.
Aber „Brot“ steht in der Bibel noch für etwas anderes, für Leben in einem weiteren Sinn. Jesus macht das deutlich (Matthäus 4,1-11) als er es ablehnt, aus Steinen Brot zu machen.
In einer Geschichte mit dem Titel: „Brot zum Leben“ kommt dieses „Mehr“ auf anschauliche Weise zur Sprache: In einem Land herrschte große Christenverfolgung. Es war lebensgefährlich, eine Bibel zu besitzen. Die Familie eines Küsters konnte sich nicht von dem Buch lösen. Es war für sie wie das tägliche Brot, ohne das man nicht leben kann. Eines Tages aber kamen Fahnder. Die Mutter hatte es geahnt, als sie durchs Fenster schaute und zwei fremde Herren ankommen sah.
Sie war gerade dabei, ein Brot zu backen. Der Teig lag ausgerollt auf dem Tisch. In Windeseile nahm sie die Bibel, rollte sie in den Teig ein und schob das Ganze in den Ofen. Mit peinlicher Genauigkeit durchsuchte die Polizei das Haus, fand die Heilige Schrift aber nicht. Als am nächsten Tag das Brot auf den Tisch kam und die Bibel in der Mitte heil und unversehrt zum Vorschein kam, hatte jeder begriffen: Die Bibel ist Brot zum Leben. Wie das tägliche Brot den Menschen nährt, so ist auch Gottes Wort Nahrung für unser Lobe, Brot zum Leben.
Gemeindebrief, 28. März 2011

Pfarrer E. Schulz über ökumenische Partnerschaft
Seit mehr als einem Jahrzehnt besteht zwischen dem Kirchenbezirk Ravensburg und den Gemeinden von Fako South Presbytery in Kamerun eine Partnerschaft.
Es gab und gibt Besuche hin und her, Unterstützung von Projekten, z.B. dem Aufbau einer Mädchenschule. Jugendliche von hier verbrachten einige Wochen in einer Art Baucamp in Kamerun. Begegnungen, die immer wieder beeindruckend sind und auch die Erfahrung wie Kirche anderorts gelebt und Gottesdienst gefeiert wird.
Beim Blättern in einem Büchlein – Gebete aus den Jungen Kirchen – bin ich auf ein Gebet aus Kamerun gestoßen, das mich sehr angesprochen hat. Es wirft auf unser Jahresthema: Un-ser tägliches Brot gib uns heute ... ein weiteres Licht:
Gib uns heute das Brot deiner Gegenwart,
Herr, unser Bruder;
wir werden dich nicht mehr loslassen,
bis du uns gesättigt hast.
Wir sind die stumme Stimme,
die Stimme Afrikas.
Sieh uns hier als Stimme der Stille
unter der Schwere der Trommeln,
unter der Last der Klagen,
die das Meer der Schmerzen füllen;
kein Ufer außer dem Leuchtturm der Hoffnung,
der aus deinem Herzen kommt
und alle unsere Wege erhellt.
Gib uns heute unser tägliches Brot
und blicke auf das Reich des Hungers:
Segne die Hungernden!
Gib uns heute nach so vielen Umwegen,
Rückzügen, Umkehren,
dass wir unseren Platz einnehmen
am Tisch der Menschheit,
dass wir unser Brot brechen
am Tisch deiner Brüder und Schwestern –
aller Menschen
auf der ganzen Welt.
Aus Kamerun
Weingarten im Blick, 25. März 2011
Unser tägliches Brot gib uns heute ...
Sie alle kennen diese Bitte aus dem Vaterunser. Sie soll in diesem Jahr unser Jahresthema inhaltlich bestimmen und in den verschiedenen Gruppen und Kreisen unserer Kirchengemeinde, bei ganz unterschiedlichen Veranstaltungen, im Kindergarten und Konfirmandenunterricht, in Diskussionen und Themenabenden bedacht werden. Wir haben uns für diese Bitte des Vaterunsers aus gegebenem Anlass entschieden. In diesem Jahr findet in unserer Kirchengemeinde die „Vesperkirche“ statt, bei der Menschen sich gemeinsam an einen Tisch setzen.
Das hat auch Jesus getan. Die Evangelien berichten immer wieder davon, z.B. dass Jesus im Haus des Zöllners Zachäus eingekehrt ist und mit ihm gemeinsam gegessen hat – und Zachäus dadurch ein ganz anderer Mensch wird.
Im Eröffnungsgottesdienst zum Jahresthema am Sonntag, 23. Januar 2011 war diese Geschichte von Zachäus Thema.
Als Symbol für das Jahresmotto wurden bei dem Gottesdienst kleine "Doppelbrote" verteilt, die sich gut zum gemeinsamen Essen eignen: ein Teil für mich, ein Teil für dich.
Januar 2011