Unsere Hilfsprojekte im Jahr 2020


Der Kirchengemeinderat hat wieder drei Entwicklungsprojekte ausgewählt, die wir mit jeweils mindestens 1.500 € aus den Gottesdienstopfern im Jahr 2020 unterstützen wollen. Diese Projekte werden hier kurz vorgestellt.


1. Ausbildungs- und Ernährungsprogramm, Nigeria
Nigeria hat über 200 Millionen Einwohnern, wo viel wie kein anderes Land Afrikas. Viele leben dort in prekären Verhältnissen, weil sie auf der Flucht sind oder immer wieder Ernten zerstört werden. Am meisten bedroht sind, wie so oft, Kinder. Der CVJM (Christlicher Verein junger Menschen) hat schon seit über 30 Jahren Erfahrung in Ernährungssicherung und landwirtschaftlicher Aus- und Fortbildung (ATC). Diese Erfahrung und dieses Wissen werden seit 2019 in Dörfern dezentral umgesetzt. Junge Farmer wie Esther können dadurch ihre Familie besser ernähren. Esther ist um die 20 Jahre alt und allein für ihre 8 Geschwister zuständig. Sie alle können nicht zur Schule gehen und müssen von dem leben, was sie dem kargen Boden abringen. Es reicht, um zu überleben, aber die Familie steht doch oft vor der Frage, wie sie Rechnungen bezahlen können. Farmer wie Esther lernen in diesem Programm, Dünger präziser zu verwenden, die Böden zu schützen und den Markt effektiver zu bedienen. Diese ganzheitliche Ausbildung, die vor Ort in den Dörfern stattfindet, unterstützt das Familien- und Dorfleben und bietet ein praktisches „training on the job“. Mit diesem neuen Wissen können sie selbst satt werden und andere satt machen – sei es in der Landwirtschaft, als Schuster oder Schreiner. Danke, wenn Sie und Ihre Gemeinde hier einen wertvollen Beitrag leisten

2. Unterstützung von Flüchtlingen, Ungarn
In Ungarn haben es Geflüchtete und Migrantinnen und Migranten besonders schwer. Selbst die wenigen anerkannten Flüchtlinge erhalten lediglich für einen Monat staatliche Unterstützung für Unterkunft und Verpflegung. Dies fördert ein hohes Risiko von Obdachlosigkeit und sozialer Ausgrenzung. Geflüchtete in Ungarn sind zunehmend abhängig von internationaler Förderung. „Kirchen helfen Kirchen“, ein Hilfsprogramm von Brot-für-die-Welt, unterstützt die evangelische Kirche in Ungarn beim Projekt Kalunba in Budapest. Sozialarbeiter helfen den Geflüchteten, eine Wohnung und Arbeit zu finden und unterstützen sie, mit der fremden Sprache zurecht zu kommen. Die Sozialarbeiter stellen direkte Kontakte zwischen Geflüchteten und Einheimischen her, um die großen Vorbehalte und Ängste abzubauen, denen Geflüchtete derzeit in Ungarn ausgesetzt sind.

3. Bildung für arbeitende Kinder, Guatemala
Der Schweiß tropft Ricardo in die Augen, während der Zwölfjährige in der Hitze Felsbrocken aus dem Steinbruch schleppt. Kinderarbeit ist in Guatemala, wo 76 Prozent der Kinder im ländlichen Raum in Armut leben, verbreitet. Tausende Jungen und Mädchen zwischen fünf und 14 Jahren müssen unter ausbeuterischen und gefährlichen Bedingungen schuften: In den zahllosen Kaffee- oder Zuckerrohrplantagen, in Bergwerken, Steinbrüchen, auf dem Bau. Schulpflicht existiert in Guatemala bloß auf dem Papier: Nur etwas mehr als die Hälfte der Kinder schließt die Grundschule ab. Viele andere, wie Ricardo, der Junge aus dem Steinbruch, werden gar nicht erst eingeschult. Ihre Eltern haben selbst nie eine Schule besucht, die Bedeutung von Bildung ist ihnen nicht bewusst und die finanzielle Not so groß, dass ihre Kinder arbeiten müssen, um die Familie durchzubringen. Eine Chance auf Bildung für Kinder wie Ricardo ist das Centro Ecuménico de Integración Pastoral. Hier können sie mithilfe von Nachmittagsunterricht ihren Schulabschluss machen und die weiterführende Schule besuchen. Vormittags und an Wochenenden bleibt Zeit, damit sie weiter arbeiten und Geld verdienen können. Ziel des Projektes der Kindernothilfe ist es, Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern.


Unsere drei Eine-Welt-Projekte verbinden uns mit Christen in Afrika und Südosteuropa und Lateinamerika. Wir wollen sie im Jahr 2020 mit jeweils 1.500 € unterstützen.