12. April 2017

Großes Interesse bei Gemeindeversammlung

Kirchenpfleger Praefcke und das Spendenbarometer. Bild: Chr. Schrade

Die Pfarrer der evangelischen Kirche in Weingarten haben am vergangenen Palmsonntag gemeinsam mit den Architekten den 1,8 Millionen teuren Umbau des Martin-Luther-Gemeindehauses vorgestellt. Das Sanierungsvorhaben soll Anfang Oktober in Angriff genommen werden. Im Herbst 2018 will die Kirchengemeinde ein komplett barrierefreies Haus mit erweitertem Kindergarten und einem neu gestalteten Kirchplatz beziehen.

Eine „Gemeindeversammlung“ gibt es in der evangelischen Landeskirche nur zu ganz besonderen Anlässen. Der geplante Umbau des Gemeindehauses unmittelbar neben der Kirche war den Verantwortlichen wichtig genug, um eine derartige Versammlung einzuberufen. 1,8 Millionen kostet der Umbau des 66 Jahre alten Hauses. Wie Pfarrer Stephan Günzler sagte, sei es das erste evangelische Gemeindehaus gewesen, das nach dem zweiten Weltkrieg in Württemberg gebaut wurde – damals übrigens weitgehend in Eigenleistung. Das Haus ist also in die Jahre gekommen. Wie so viele ältere Gebäude genügt es den Anforderungen des Brandschutzes nicht mehr, auch ist es nicht barrierefrei. Günzler hob besonders die Entscheidung des Kirchengemeinderats hervor, am Martin-Luther-Kindergarten festzuhalten, der im Erdgeschoss des Gemeindehauses angesiedelt ist. Günzler: „Die Arbeit mit Kindern ist ja geradezu ein Markenzeichen unserer Kirche. Wir wollten ein mit Leben erfülltes Haus und nicht ein Vereinsgebäude für Abendveranstaltungen“.

Wichtige Zusammenarbeit mit der Stadt
Oberbürgermeister Markus Ewald lobte denn auch in einem Grußwort das Engagement der evangelischen Kirchengemeinde. Rund eine Viertelmillion Euro steuert die Stadt zum Umbau des Kindergartens bei. Oberbürgermeister Markus Ewald nannte die evangelische Kirchengemeinde einen „wichtigen Partner“ und dankte für die „exzellente Zusammenarbeit“.

Neuer ebenerdiger Saal
Ausführlich informierten Pfarrer Stephan Günzler und die beauftragten Architekten Wolfgang Metzger und Christian Welte aus Ravensburg über die Umbaupläne. Kurz gesagt bekommt die Gemeinde ein komplett barrierefreies Haus, das mit dem Rolli genauso erkundet werden kann wie zu Fuß. Der Kindergarten bleibt nicht nur erhalten, sondern wird so umgebaut, dass auch die Kleinsten unter drei Jahren aufgenommen werden können. Und ein weiterer, ebenerdiger Gemeindesaal öffnet sich mit einer großen Fensterfront direkt auf den Kirchplatz, der einladend gestaltet werden soll.

Auch die Kinder der Kinderkirche mit Pfarrerin Hole beteiligen sich mit einer eigenen Spendenaktion. Bild: Gamerdinger

Spendenprojekte sind angelaufen
Dass die Gemeindeversammlung auch ein Auftakt und ein Aufruf zur großen Spendenaktion sein sollte, machte Kirchenpfleger Andreas Praefcke deutlich. 200.000 Euro hofft die Gemeinde einzunehmen, um die Finanzierung zu stemmen. Praefcke präsentierte einen lebensgroßen Luther aus Pappe, der ein Spendenbarometer hält. Mehr als 60.000 Euro an Spenden sind schon eingegangen – die Kinderkirchkinder füllten das Barometer mit buntem Sand bis zum aktuellen Stand und verkauften mit Pfarrerin Marit Hole selbst gemalte Postkarten. Gemeinderätin Edeltraud Müller pries die vom Berger Frauenkreis selbstgemachte Köstlichkeiten wie Bärlauchpesto und Orangenmarmelade an. Und für alle, die sich noch unsicher waren, wieviel sie denn nun spenden sollten, gab es eine unübersehbare Entscheidungshilfe am Eingang zum großen Saal: vom Stuhl für 150 Euro über den Tisch für 400 und den Alleebaum für die Außenanlagen für 1.500 bis zum Spielturm für den Kindergarten für 15.500 und die Küche für mehr als 40.000 Euro reichten die Spendenbeispiele.

Anfang Oktober geht’s los
Auch an Gemeindeglieder ist gedacht, die lieber Zeit und Arbeitskraft statt Geld spenden wollen: Bevor am 4. Oktober die Bagger kommen, um den einen Flügel des Hauses abzureißen, muss an einem Wochenende das Haus komplett ausgeräumt und der Kindergarten umgezogen werden. Da werden viele helfende Hände gebraucht.
Dass die Gemeinde spendenfreudig ist, zeigte sie auch am Palmsonntag selbst. Mehr als 1.400 Euro kamen allein an diesem Tag zusammen.

Text: Christof Schrade

9. April 2017

Gemeindeversammlung zum Umbau von Martin-Luther-Gemeindehaus und -Kindergarten

Am Palmsonntag trafen sich im Anschluss an den Gottesdienst alle Interessierten im Gemeindehaus, als die Pläne für den Umbau vorgestellt wurden.
Pfarrer Günzler führte in das Projekt ein und erläuterte Gründe und Ziele für den Bau. Architekt Metzger präsentierte die erstellten Grundrisse und Außenansichten (Bild) und beantwortete die Fragen der Gemeindemitglieder. Kirchenpfleger Praefcke stellte die geplante Finanzierung vor. Besonders freuten wir uns über ein Grußwort von Oberbürgermeister Ewald, der zusammen mit Rainer Beck, bei der Stadt zuständig für Bildung und Soziales, die Veranstaltung besuchte.

Ein ausführlicherer Bericht folgt.

ANFANG APRIL 2017