M(W)ahlzeit

M(W)ahlzeit
Liebe Leserinnen und Leser,
Nach der Wahl ist vor der Wahl. Am 26. Mai waren alle europäischen Bürgerinnen und Bürger zur Wahl des Europaparlaments aufgerufen. Am selben Tag fanden auch die Kommunalwahlen statt. Und in Berg wurde am 14. Juli eine neue Bürgermeisterin gewählt. Doch damit nicht genug für dieses Jahr 2019. Denn es steht bereits die nächste Wahl an: Die Kirchenwahl.

Es spricht sich allmählich herum, dass am 1. Dezember in ganz Württemberg die evangelischen Christen zur Wahl der Landessynode und der Kirchengemeinderäte aufgerufen sind. Unsere Landeskirche ist übrigens die einzige in Deutschland, in der die Mitglieder des Kirchenparlaments (= Landessynode) direkt, also per Urwahl gewählt werden. So haben Sie alle am 1. Dezember die Möglichkeit mitzubestimmen, wer die nächsten sechs Jahre über die Zukunft unserer evangelischen Kirche in Württemberg entscheiden soll.
Aber wesentlich näher am Geschehen vor Ort ist natürlich der Kirchengemeinderat, der ebenfalls am 1. Dezember gewählt wird.  

Gemeinsam mit den Pfarrern gestaltet der Kirchengemeinderat das kirchliche Leben bei uns in Weingarten, Berg und Schlier. Alle Mitglieder unseres KGR engagieren sich ehrenamtlich mit ihren Gaben und Fähigkeiten für unsere Gemeinde. Dafür danke ich im Namen der Kirchengemeinde ganz herzlich allen unseren Kirchengemeinderätinnen und -räten für die vergangenen sechs Jahre, für gemeinsames Nachdenken, Diskutieren, Planen, intensives und kreatives Leiten und Gestalten unserer Gemeinde. Einige von ihnen sind bereit, weiterhin im Kirchengemeinderat dabei zu sein und stellen sich erneut zur Wahl. Aber es werden auch Plätze frei. Deshalb suchen wir noch nach Kandidatinnen und Kandidaten, die bereit sind, sich wählen zu lassen.

Wählbar ist jedes Gemeindeglied ab 18 Jahren, das unserer Evangelischen Kirchengemeinde angehört und sich für die Belange unserer Gemeinde aktiv einsetzen möchte. Sie können gerne ein Mitglied des bisherigen Kirchengemeinderates ansprechen und sich bei ihm informieren, was im Kirchengemeinderat auf einen wartet und welche Möglichkeiten man hat, die Kirche vor Ort mitzugestalten.
Der Apostel Paulus hat ja in seinen Briefen öfters die Gemeinde als „Leib Christi“ bezeichnet. Dieses Bild gefällt mir sehr gut, denn es macht deutlich, dass wir als einzelne Glieder dieses Leibes alle zusammengehören und nur gemeinsam existieren und etwas erreichen können. Außerdem betont Paulus immer wieder, dass in Christus keiner über dem anderen steht.

Doch gibt es durchaus verschiedene Gaben und Aufgaben in diesem Leib. Und deshalb ist es wichtig, dass es Menschen gibt, die die Aufgabe der Gemeindeleitung übernehmen, die ihre Gaben und Fähigkeiten dafür einsetzen, dass der Leib als Ganzes gesund bleibt und die Schritte in die richtige Richtung lenkt. Wer weiß - vielleicht sind Sie ja genau der oder die Richtige dafür - und wissen es nur noch nicht?! Trauen Sie sich und sprechen Sie mit uns Pfarrern oder einem unserer Kirchengemeinderäte. Wir freuen uns über jede und jeden, der bereit ist, sich bei uns in der Kirchengemeinde zu engagieren - ob im Kirchengemeinderat oder woanders.
Und schließlich möchte ich alle Leserinnen und Leser des Gemeindebriefs ganz herzlich bitten: Gehen Sie am 1. Dezember wählen (oder wählen Sie vorher per Briefwahl. Übrigens darf man schon ab 14 Jahren wählen!) Machen Sie Gebrauch von der Möglichkeit, Ihre Kirche mitzugestalten. Der Slogan auf den Plakaten, die zur Wahl einladen, lautet: "Meine Kirche – eine gute Wahl." Ich bin überzeugt, dass es immer eine gute Wahl ist, wählen zu gehen. Besonders aber dann, wenn es um Ihre Gemeinde an Ihrem Ort geht. Eine Gemeinde, die sich für Ihre Interessen einsetzt und Ihnen einen Raum bietet, wo Sie willkommen sind und sich gut aufgehoben fühlen. Durch Ihre Wahlbeteiligung zeigen Sie uns auch, dass Ihnen Ihre Kirche wichtig ist und Sie das Engagement der Ehrenamtlichen unterstützen. Vielen Dank für Ihre Wahl.
Übrigens: In unseren Wahllokalen bekommen Sie am Wahltag einen Kaffee oder ein anderes Getränk.

Na dann: "Prost Wahlzeit!"
Ihr Pfarrer Steffen Erstling

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